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Kabinettsbeschluss zum EEG zeigt den richtigen Weg

08.06.2016 | id:13727904
Netzausbau, Übergangsphase, Offshore-Ausbau und Sektorkopplung müssen noch besser gestaltet werden

Der im Kabinett beschlossene Entwurf des Erneuerbare-Energien-Gesetzes weist nach Bewertung des VDMA den richtigen Weg und setzt die richtigen Meilensteine.
„Energiewende behält nur dann Akzeptanz, wenn sie effizient gestaltet wird. Dies setzt eine sinnvolle Markt- und Systemintegration der erneuerbaren Energien voraus. Die Organisation des Ausbaus über wettbewerbliche Ausschreibungen wird wesentlich dazu beitragen“, sagt Matthias Zelinger, Energiepolitischer Sprecher des VDMA. „Damit Deutschland auch weiter Leitmarkt für Energiewende-Technologien bleibt, die einen wachsenden Weltmarkt mit neuen Wettbewerbern sehen, müssen alle Beteiligten noch einige Steine aus dem Weg räumen. Grundsätzlich werden die Anlagenhersteller mit dem Design und den Parametern der Ausschreibungen aber umgehen können“, resümiert Zelinger.

Die Hersteller sehen im Gesetzesprozess und darüber hinaus noch folgende Herausforderungen:

  • Der Netzausbau muss nun zügig voran gebracht werden. Zugleich  sind weitere kreative Ansätze zur Vermeidung von netzbedingten Abregelungen zu nutzen. Entsprechende Regelungen wie die für zuschaltbare Lasten müssen technologieoffen gestaltet werden.
  • Der Übergangszeitraum zum Ausschreibungssystem muss so gestaltet werden, dass Investoren und Technologieanbieter keinen Schaden nehmen aufgrund mangelnder Verlässlichkeit des regulatorischen Rahmens. Die Einmaldegression, die für 2017 bei Windenergie an Land vorgesehen ist, birgt dieses Risiko. Für die Hersteller ist dabei besonders kritisch, dass mit einer Stichtagesregelung gearbeitet wird, die zu Vorzieheffekten und kostentreibender Unterauslastung führen wird.
  • Bei der Windenergie auf See werden die für die 2020er-Jahre im EEG vorgesehenen Ausschreibungsmengen kaum für die notwendige Industrialisierung der Prozesse reichen. Hier weist die Deklaration der Nordsee-Anrainerstaaten inklusive Deutschland den Weg für eine gemeinsame Initiative zum effizienten Ausbau. Denn die Entwicklung erfolgt sinnvoll in einem lebendigen europäischen Markt. Dass auch die Industrie voran geht, zeigt die parallele Erklärung der Branche für weitere Kostensenkungen bis 2025.
  • Die ersten Ausschreibungen bei Windenergie auf See müssen zeitlich entzerrt werden, um Technologievielfalt zu erhalten.
  • Aus der Einbeziehung von Biomasseanlagen in die Ausschreibungen ergibt sich für diese wieder eine Zukunftsperspektive. Um diese tatsächlich nutzen zu können, muss das Ausschreibungsdesign zügig und sachgerecht gestaltet werden.
  • Die Sektorkopplung muss voran gebracht werden, um erneuerbare Energie im Wärme- und im Mobilitätssektor voran zu bringen. Hier müssen Hürden abgebaut und Systemgrenzen durchlässiger gestaltet werden.

Bildquelle : Bundesregierung/Plambeck

Diethelm, Catherine
Diethelm, Catherine
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