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Windenergie Energiepolitik

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Der Ausbau der erneuerbaren Energien und damit auch der Windenergie ist energiepolitisches Ziel der Bundesregierung sowie der Europäischen Union und übergreifender Konsens von Politik und Industrie. Im Bereich der Stromversorgung sind Windenergieanlagen derzeit die kosteneffizientesten Wandler erneuerbarer Energien.

Wirtschaftliche Basis der Windindustrie am Inlandsmarkt ist das deutsche Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). Stabile energiepolitische Rahmenbedingungen im Inland sind auch Voraussetzung für den Export.


EEG-Vergütung

  • Das Stromeinspeisegesetz aus dem Dezember 1990, das im Jahr 2000 durch das Erneuerbare Energien Gesetz ersetzt und 2004, 2008 sowie 2012 novelliert wurde, garantiert diskriminierungsfreien Netzanschluss von Windenergieanlagen, vorrangige Aufnahme in das Versorgungsnetz und angemessene Vergütung des Windstroms.
  • Das neue EEG ist zum 1.1.2012 in Kraft getreten. Damit gibt es in Deutschland weiterhin rechtliche Planungssicherheit für Investitionen in Windenergieanlagen.


Onshore- und Offshore-Windenergie


Onshore

  • Für Windenergieanlagen, die im Jahr 2012 in Deutschland in Betrieb gehen, ist im EEG eine Anfangsvergütung von 8,93 ct/kWh für einen Mindestzeitraum von fünf Jahren festgeschrieben. Je nach Standortqualität wird die Einspeisevergütung in den Folgejahren zu einem früheren oder späteren Zeitpunkt auf 4,87 ct/kWh abgesenkt.
  • Über 20 Jahre betrachtet ergibt dies je nach Standort eine durchschnittliche Einspeisevergütung zwischen 8,93 und unter 7 ct/kWh. Dies liegt nur noch wenig über dem durchschnittlichen Börsenpreis für Grundlaststrom in 2011 von etwa 5 ct/kWh.
  • Damit liegt Deutschland im internationalen Vergleich bei relativ schwächeren Windverhältnissen im Durchschnitt der Vergütungen. Im Jahr 2012 wird Strom aus neu installierten Anlagen nach dem neuen EEG auf Weltmarktniveau vergütet.


Offshore

  • Offshore-Windenergieanlagen, die ab dem 1. Januar 2012 installiert werden, erhalten nach dem neuen EEG für mindestens zwölf Jahre 15 ct/kWh Anfangsvergütung. Nach Auslaufen der Anfangsvergütung erhalten Offshore-Anlagen 3,5 ct/kWh Grundvergütung. Die jährliche Degression von 7 % setzt für dann neue Anlagen ab 1. Januar 2018 ein.
  • Die erhöhte Anfangsvergütung für Windenergie auf See wird in den ersten zwölf Jahren ab Inbetriebnahme der Anlage gewährt. Sie verlängert sich für jede über zwölf Seemeilen hinausgehende volle Seemeile um 0,5 Monate und für jeden über eine Wassertiefe von 20 Metern hinausgehenden zusätzlichen Meter Wassertiefe um 1,7 Monate.
  • Mit der Einführung des optionalen Stauchungsmodells ist bis zum 1. Januar 2018 die Wahl zur Stauchung der Zahlung der Anfangsvergütung auf 19 ct/kWh über 8 Jahre möglich. Im Falle des Stauchungsmodells wird in dem aus Küstenentfernung und Wassertiefe resultierenden Verlängerungszeitraum mit 15,0 ct/kWh die gleiche Vergütung gewährt, wie in der „normalen" Vergütungsvariante.


Degression

  • Für jeweils neu installierte Anlagen sieht das neue EEG eine jährliche Degression der Vergütungssätze von 1 % vor. Anders als etwa in Frankreich ist ein Inflationsausgleich in Deutschland nicht vorgesehen, so dass die Degression faktisch eher 3 % beträgt.
  • Dies könnte in den kommenden Jahren zu einem Wettbewerbsnachteil gegenüber Ländern mit Inflationsausgleich oder Preisindexierungen werden.


Repowering

  • Der Repowering-Bonus für den Ersatz vorhandener Windenergieanlagen am selben oder an benachbarten Standorten wird für den Zeitraum der erhöhten Anfangsvergütung gewährt, sofern die ersetzten Anlagen vor dem 1.1.2002 in Betrieb genommen wurden.
  • Windenergieanlagen erhalten nach dem neuen EEG weiterhin einen Repowering-Bonus von 0,5 ct/kWh, wenn die installierte Leistung der neuen Anlagen mindestens das Zweifache der ersetzten Anlagen beträgt und deren Anzahl nicht übersteigt.
  • Damit besteht ein wirtschaftlicher Anreiz zum beschleunigten Ersatz von Altanlagen.
  • Administrative Hemmnisse wie pauschale Abstandgebote oder Höhenbegrenzungen, die auch Repowering verhindern, müssen unabhängig vom EEG beseitigt werden.


Systemdienstleistungen

  • Bei Erfüllung neuer technischer Anforderungen etwa an die Bereitstellung von Blindleistung zur Spannungsstützung oder an das Fehlerverhalten ist für Windenergieanlagen eine Erhöhung der Anfangsvergütung um 0,5 ct/kWh vorgesehen.
  • Der Systemdienstleistungs-Bonus wird für Neuanlagen für den Zeitraum der erhöhten Anfangsvergütung gezahlt, sofern diese vor dem 31.12.2015 in Betrieb gehen. Technische Anforderungen an Netzeigenschaften sind nachweislich zu erfüllen.
  • Die Vergütung für Strom aus Windenergieanlagen, die nach dem 31. Dezember 2001 und vor dem 1. Januar 2009 in Betrieb genommen worden sind, erhöht sich für die Dauer von fünf Jahren um 0,7 Cent pro Kilowattstunde sobald sie infolge einer Nachrüstung nach dem 1. Januar 2012 und vor dem 1. Januar 2016 die Anforderungen der Systemdienstleistungsverordnung erstmals einhalten.
  • Die technischen Anforderungen wurden von Umwelt- und Wirtschaftsministerium gemeinsam in einer Verordnung geregelt, die Mitte 2009 in Kraft getreten ist und inzwischen mehrmals angepasst wurde. Übergangsregelungen werden darin ebenso festgelegt wie der Nachweis zur Erfüllung der Anlageneigenschaften.

Bildquelle : VDMA Power Systems

johannes.schiel@vdma.org, johannes.schiel@vdma.org
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